Unsere kleine Konzeption

Als Grundlage unserer Arbeit, mit den Kindern und im Team dient das Modell der Handlungsforschung.

 

Modell der Handlungsforschung (Moser)

 


 

Da uns die Entwicklung jedes einzelnen Kindes am Herzen liegt, ist unser Ziel, unsere pädagogische Arbeit stetig zu überprüfen und zu verbessern. Deshalb reflektieren wir unsere Abläufe, Tagesstrukturen, sowie die Lernbereiche  und verändern diese gegebenenfalls.

 

Stand: Januar 2017

 

Unsere kleine Konzeption

 

"Solange Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln,

schenk` ihnen Flügel!“

Kalil Gibran

 

Liebe Eltern, in dieser Broschüre finden sie Grundlagen und die Umsetzung unserer pädagogischen Arbeit anhand unseres Konzeptes und des Orientierungsplans des niedersächsischen Kultusministeriums.

 

Unser Bild vom Kind

Kinder sind ein Geschenk, das uns von Gott anvertraut wird. Schon von Geburt an setzt sich das Kind mit seiner sozialen und gegenständlichen Welt auseinander und bestimmt seine eigene Entwicklung mit. Kinder brauchen eine Welt, die sie mit allen Sinnen erfassen und begreifen können. Sie brauchen Lernräume, die sie sich erschließen und erkunden können, um sie mit ihrer Phantasie und Experimentierfreude zu füllen.

In unserer täglichen Arbeit versuchen wir auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes bestmöglich einzugehen. 

Die Kinder können ab dem 2. Lebensjahr zu uns kommen und bleiben bis zum Schuleintritt im Bereich des Kindergartens. Von der Einschulung bis zur weiterführenden Schule kann der Hort besucht werden.  

Um die Kinder altersentsprechend zu fördern, bieten wir ihnen die Möglichkeit sich mit gleichaltrigen die Welt zu erschließen und von und mit älteren, sowie jüngeren Kindern zu lernen. 

 

Emotionale Entwicklung und soziales Lernen

Nur wer sich angenommen fühlt, kann andere akzeptieren und annehmen, so wie sie sind. Wer die Möglichkeit hat, sich auszuprobieren, kann sich und seine eigene Kreativität entdecken und stärkt hierbei sein Selbstwertgefühl und das eigene Selbstbewusstsein.

Auf diesem persönlichen Weg möchten wir die Kinder begleiten. Wir möchten ihnen Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen in sich selbst geben, damit sich jedes Kind angenommen fühlt und sich in seinem eigenen Tempo entwickeln kann. Wer sich ernst genommen fühlt, lernt auch andere ernst zu nehmen. Wer seine Gefühle erleben und erfahren darf, lernt sich und andere besser kennen und lernt, sich in andere hineinzuversetzen (Empathie).  Wer sich Hilfe holen kann, hat Vertrauen zu anderen. Er weiß, er ist nicht allein, er gehört dazu!

 

Wir bieten viele Möglichkeiten an, mit denen sich jedes Kind individuell entfalten kann. Das eigene Tun steht hier im Mittelpunkt und nicht das fertige Produkt.

So stehen Mal- und Bastelutensilien zur Verfügung sowie eine Werkbank mit Werkzeugen; es wird gesungen und musiziert und auf die Wünsche und Ideen der Kinder eingegangen. 

 

 Der Weg ist das Ziel (Konfuzius)

 

Ethische und religiöse Fragen

Schon von klein an stellen Kinder existentielle Fragen und sind auf der Suche nach Orientierung. Sie möchten ihrer Welt einen Sinn geben und Antworten finden. Dabei erfahren die Kinder Glück und Trauer, Geborgenheit und Einsamkeit, Vertrauen und Angst.

Wir als Erwachsene möchten sie bei diesen Erfahrungen begleiten und den inneren Prozess der Auseinandersetzung unterstützen. Wir möchten ihnen Geborgenheit, Vertrauen und das Gefühl von Angenommen sein geben und vermitteln. Dadurch entwickeln sie sich zu selbstbewussten, selbständigen Individuen, die sich in der Gesellschaft zurechtfinden und auch mit Niederlagen umzugehen lernen.

Es ist wichtig, den Kindern Werte und Normen zu vermitteln. Sie geben ihnen Orientierung und lassen sie Toleranz, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft und Demokratie erleben und erlernen.

Wir legen Wert darauf, für die Kinder gute Vorbilder zu sein und sie im Alltag zu integrieren und mitbestimmen zu lassen (Partizipation).

In unserer Kindertagesstätte kommen Kinder verschiedener Religions- zugehörigkeiten zusammen. Durch unseren Umgang miteinander versuchen wir, den Kindern ein christliches Menschenbild zu vermitteln. Das schließt ein, dass die Kinder lernen, Menschen anderen Glaubens zu respektieren und jeden so anzunehmen, wie er ist.

Zu den Grundwerten, die wir den Kindern näher bringen, gehört der achtsame Umgang mit der Schöpfung. Im Jahreskreis haben die christlichen Feiertage mit ihren Bräuchen und Traditionen einen besonderen Stellenwert. Geschichten und Lieder lassen die Überlieferungen für die Kinder lebendig werden. So gehört selbstverständlich die Mitgestaltung von Gottesdiensten zu unseren Aufgaben. Die Themen der Kinder finden sich darin wieder.

 

„Je mehr Erfahrungen ein Kind macht, umso mehr deutliche Spuren bilden sich im Gehirn. Diese Lernspuren sind es, die uns zu dem Individuum machen, das wir sind, 

mit unserer Sprache, unseren Gewohnheiten, Fähigkeiten, Vorlieben, Einstellungen und Kenntnissen. Kinder brauchen die Gelegenheit, eigene Erfahrungen  zu machen. Das erfolgt im Spiel mit Gleichaltrigen, in der Familie und manchmal auch zurückgezogen und konzentriert allein.

Im Spiel lernen Kinder sich an Regeln zu halten, oder sie gemeinsam mit den Mitspielern zu verändern. Sie üben, sich zu konzentrieren und mit aller Kraft auf ein Ziel hinzuarbeiten. Sie lernen zu gewinnen und zu verlieren,  Freude zu erleben und Ärger und Misserfolge auszuhalten. Sie erleben sich als Teil einer sozialenGemeinschaft und lernen, sich nach Spiel-bzw. sozialen Regeln zu verhalten. Sie entwickeln Verantwortung und Solidarität, Rücksichtnahme und Fairness. Das alles und noch vieles mehr lernen sie in angstfreier und positiver Atmosphäre, in einem Klima von Zuwendung und Vertrauen- eben spielerisch. Kinder unterscheiden dabei nicht zwischen Spielen und Lernen, sie lernen spielerisch.“     

             ( Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Hirnforscher)

Uns ist es wichtig, dass die Kinder viel Zeit im Alltag für freies Spiel haben und sich bedürfnissentsprechend ausprobieren können.  Das eigene Handeln steht hierbei im Mittelpunkt und fördert das eigene Lernen sowohl im Freispiel, wie auch in den Angeboten. Bei jeglicher Form unserer Angebote ist es uns sehr wichtig, am Ende nicht etwas Fertiges in den Händen zu halten, sondern den Weg als Ziel zu sehen.

 

Kinder lernen beim Spielen für ihr Leben.

 

Körper, Bewegung und Gesundheit

Bewegung ist eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung jedes Kindes. Deshalb nimmt sie einen wichtigen Teil in unserer alltäglichen pädagogischen Arbeit ein.

Kinder brauchen vielfältige Bewegungserfahrungen als Anreize für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Sie sollen hierbei ihren Körper wahrnehmen und kennen lernen, sich etwas zutrauen oder erst einmal nur zuschauen und sich nach und nach immer mehr zutrauen. So entwickeln sie sich immer weiter zu einer individuellen Persönlichkeit.

Ihre natürliche Bewegungsfreude möchten wir fördern und erhalten, damit sie durch ihr Tun Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen.

Die gesunde Ernährung wirkt sich dabei positiv auf die körperliche Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes aus. Deshalb ist uns wichtig, gemeinsam mit den Eltern auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten.

 

Sprache und Sprechen

Sprachliche Entwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, der nie abgeschlossen ist. Er umfasst sowohl das Sprachverständnis als auch die Sprechfähigkeit. Der soziale Kontakt ist sehr wichtig. Die Spielpartner und vor allem die Erwachsenen spielen hierbei eine besondere Rolle, da sie schon von Geburt an eine Vorbildfunktion fürdie Kinder einnehmen. Es ist eine gute, wohlwollende Beziehung zu den Kindern wichtig.

Unser Ziel ist es, die Motivation und die Freude am Sprechen der Kinder zu wecken und zu erhalten. Wir geben den Kindern die Möglichkeit sich auf spielerische Weise in diesem Bereich weiterzuentwickeln. So bedienen wir uns rhythmischer und musikalischer Formen wie Singspiele, Reime und Lieder, auch verbunden mit Bewegung.

Kinder lernen hierbei ganz beiläufig den besonderen Sprachrhythmus und den Satzbau kennen. Der passive und aktive Wortschatz wird kontinuierlich vergrößert und die Aussprache verbessert.

 

 

Lebenspraktische Kompetenzen

Uns ist es wichtig, den Kindern bei der Erkundung ihrer Lebenswelt Zeit zu geben. Wir möchten ihnen viele Möglichkeiten eröffnen, sich lebenspraktische Kompetenzen neu anzueignen und zu erproben sowie Erlerntes zu vertiefen.  

So nehmen sich die Kinder selbständig ihr Frühstücksgeschirr, gießen sich die Getränke selber ein und sind auch für das Abräumen verantwortlich. Sie lernen, sich eigenständig anzuziehen und werden im Alltag in verschiedensten Situationen mit einbezogen.

Dabei unterstützen wir ihr Tun durch Lob und Bestätigung.

 

Hilf mir, es selbst zu tun (Maria Montessori)

 

Mathematisches Grundverständnis

Kinder sammeln schon in den ersten Lebensjahren Erfahrungen mit Raum und Zeit, später auch mit Formen, Größen und Zahlen. Durch ihre Beobachtungen und Erfahrungen im Alltag werden die Kinder zu weiteren Experimenten mit Mengen und Größen sowie Vergleichen  angeregt. Deshalb greifen wir Aktivitäten der Kinder auf, bei denen sie sortieren, hinzufügen, wegnehmen, zählen, aufteilen und verteilen können. 

Wichtig ist uns, dass die Kinder bestimmte Begriffe, wie groß, klein, hoch, tief, oben, unten, weniger, mehr usw. kennen lernen und benennen können.

 

Wald- und Naturerfahrungen

Die Begegnung mit der Natur erweitert und bereichert den Erfahrungsschatz der Kinder. Wir bieten ihnen  die Chance zum Erwerb von lebenspraktischen Kompetenzen, durch das freie Bewegen in unserem Außengelände und das Erleben der Natur auf Ausflügen und im Wald. Wir legen Wert darauf, den Forscherdrang der Kinder in der Natur zu unterstützen.

Der  Wald  bietet eine Vielfalt an Sinneseindrücken: Tasten, Riechen, Hören, Fühlen - aber auch die besondere Erfahrung der Stille!

Wir möchten die Wahrnehmung der Kinder für Tiere und Pflanzen fördern und Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur wecken. Die Kinder lernen die Natur als Lebensraum für sich, die Tiere und Pflanzen kennen. Nur was man kennt und liebt, schützt man auch! Dieser Lebensraum ist wichtig für die ganzheitliche Entwicklung.

 

Ästhetische Bildung

Ästhetik umfasst allesinnlichen Wahrnehmungen und Empfindungen. Von Geburt an nehmen Kinder mit all ihren Sinnen Kontakt zu ihrer Umwelt auf. Das geschieht durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, Sehen und den dazu gehörigen Empfindungen. Diese Erfahrungen können Kinder nur authentisch und nicht aus zweiter Hand beziehen. Sie bilden eine Grundlage für den Aufbau kognitiver Strukturen. Ästhetische Bildung bedient sich vieler Kommunikationsformen wie Musik, Tanz und bildnerisches Gestalten. So soll den Kindern ermöglicht werden, sich ein Bild von der Welt durch ihr eigenes Handeln und den damit verbundenen Gefühlen zu machen und sich so auszudrücken.

Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

Wir sind ein Bildungshaus. Das bedeutet, bei uns sollen die Kinder in einer sicheren und vertrauten Atmosphäre in den verschiedensten Bereichen ungestört nach ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten lernen und sich ausprobieren. Deshalb haben wir Lernräume mit verschiedenen Schwerpunkten eingerichtet. Hier können sich die Kinder ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechend entscheiden und Kontakt mit anderen Kindern knüpfen.

Unser Ziel ist es, eine gelungene Lernatmosphäre zu schaffen, die das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen stärkt und so das Kind offen werden lässt für Neues. Es wird sich motiviert und fröhlich mit seiner Umwelt auseinandersetzen, vieles ausprobieren und lernen. 

Unsere tägliche Aufgabe ist hier die Kinder zu unterstützen und zu ermutigen, sich frei zu äußern und zu entscheiden. In unseren Angeboten möchten wir den Kindern Anregungen geben, aber auch ihre Ideen, ihre Kreativität, sowie ihre Phantasie mit aufgreifen und weiterentwickeln und sie so ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. So wird ein selbstbestimmtes Lernen gefördert und sie können sich somit alters-, sowie bedürfnissentsprechend  entwickeln. 

 

Was du mir sagst, das vergesse ich.

Was du mir zeigst, daran erinnere  ich mich.

Was du mich tun lässt, das verstehe ich. (Konfuzius)

 

 

Die Wichtigkeit des Spiels

Das Beste zum Spielen für ein Kind ist ein anderes Kind! 

(Friedrich Fröbel)

Ganzheitliches Lernen meint: Lernen unter Einbeziehung des Körpers (Bewegung), des Geistes (logisches Denken) und der Seele (Emotionen).

Das Spiel nimmt die wichtigste Lernform im Alltag der Kinder ein. Es wird die soziale, motorische und kognitive Entwicklung gefördert. Beim Spielen lernen die Kinder den Umgang mit anderen, probieren sich aus und entwickeln körperliche Fähigkeiten und geistige Talente. Sie erfahren Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und werden durch ihr eigenes Tun zunehmend selbständiger.

hier ist die Konzeption der Kindertagesstätte Eddigehausen für Sie hinterlegt.